kleine Melonenplantage im Garten
Zuckermelone fast reif Melonenblüten

Zuckermelone

Die Zuckermelone (Cucumis melo) ist eine nahe Verwandte der Gurke. Da diese schon bei mir nicht gut wachsen, habe ich mich lange nicht an Melonen heran getraut. Ganz zu Unrecht, wie ich in diesem Jahr gelernt habe!

Angefangen habe ich relativ pessimistisch. Ein paar Korn im Mai zu Hause ausgesät und dann die sehr zarten Sämlinge in ein eigenes Töpfchen pikiert. Ca. 14 Tage haben sie dann noch im temperaturgestützten Folienzelt auf dem Balkon verbracht und dann ab in den Garten. Dort kamen sie teils einfach aufs Beet, teils in einen Schneckenkragen und teils in einen Folientunnel mit Löchern, der als Schutz im Grunde albern war, aber immerhin vorhanden. Ich wollte mir ja nicht nachsagen lassen, ich hätte nichts für die Melonen getan.

Der Frühsommer 2015 war sehr kühl. Aber meine kleinen Melonen haben sich tapfer geschlagen und zwar mit deutlichen Unterschieden, je nachdem, wie gut sie geschützt standen. Selbst so ein Schneckenkragen tat ihnen sichtbar gut. Und als es schon Juli war, zerriss es die löchrige Folie endgültig und ich beschloss, da es mit den Melonen wohl nicht ganz aussichtslos war, ihnen aus alten Brettern einen Kasten zusammen zu schrauben. So hoch, dass ich den Deckel schließen könnte, waren diese Bretter nicht, also unterblieb der Bezug und nur ein leerer Rahmen (vorbeugend für weitere Jahre) lag auf dem Kasten. Drinnen um die Melonen mittlerweile eine dicke Mulchschicht, um die Wärme des Tages im Boden zu halten.

Und wie bei der Kürbisverwandtschaft üblich, erschienen dann erst viele männliche Blüten, bis dann im August die weiblichen nachrückten und auch Früchte ansetzten. Bewusst hatte ich eine kleinfrüchtige Sorte gewählt, kleiner als die, die im Supermarkt liegen, nämlich 'Petit gris de Rennes', die kleine graue aus Rennes. Kleine Früchte können schneller reifen. Die Früchte wuchsen auch rasch und ich freute mich schon auf die Ernte, aber die endgültige Reife, die man laut Beschreibung an den Schalenrissen am Stielansatz erkennt, zieht sich dann schon etwas hin. Da neigte sich dann der Sommer schon dem Ende entgegen und ich bekam Zweifel, ob aus der Ernte noch was wird. Zumal Anfang September ein Pilz innerhalb einer guten Woche praktisch alle Blätter dahinraffte.

4 Früchte hatte ich in dem Kasten von ca. 150 x 80 cm, die noch keine offiziellen Reifezeichen zeigten. Aber probieren wollte ich es doch. Und sieheda - sie waren noch nicht vollreif, aber doch aromatisch und lohnenswert zu ernten! Das Stück um die 700 g. Und das trotz der wirklich nicht optimalen Startbedingungen. Damit war die Sache beschlossen: im nächsten Jahr wurde das gleich im dann mit Vlies bezogenen Kasten noch einmal probiert.


Melonenkasten mit Gemüsevlies bezogen Melonenjungpflanze auf Mulchvlies

Da ich nur einen Wochenend-Kleingarten habe, kann ich keinen geschlossenen Kasten anlegen - bei geschlossenem Deckel würde es zu heiß. Dagegen würde zwar ein automatischer Öffner helfen, aber in meinem Sandboden würden die Pflanzen bei Wärme und Lüftung wahrscheinlich vertrocknen. Deshalb habe ich einen Versuch gestartet: Ein selbstgebauter Frühbeetkasten wird mit Gemüsevlies bezogen, dass der Regen zumindest teilweise hindurch kommt. Dazu der Boden mit schwarzem Unkrautvlies abgedeckt, damit Wärme hinein kann und die Feuchtigkeit unten bleibt. Das schien in der Hinsicht relativ gut zu funktionieren, allerdings gab es in der stagnierenden Luft diesmal noch früher die Pilzinfektion, die dann zusammen mit den in diesem Jahr sehr frech gewordenen Maulwurf den Pflanzen den Garaus gemacht hat. Daraufhin habe ich die Sache jetzt aufgegeben und die verbliebenen Samen dorthin gebracht, wo sie ohne große Verrenkungen ein passendes Klima bekommen.

Übrigens wo wir schon mal beim Maulwurf sind: nach dem Ende der Melonen habe ich eine Möglichkeit gefunden, die wirklich und ohne Gift Maulwürfe vertreibt: der RICHTIGE Solarpieper! Zwei Modelle habe ich ausprobiert, von denen der erste wirkungsfrei war. Der piepte laut und ärgerte wohl nur Menschenohren. Dann habe ich noch einen zweiten Versuch gemacht mit einem Modell, das Ultraschall aussendet. Und das funktioniert! Es piept nur sehr leise, gerade so laut, dass man als Mensch auf seine Funktion vertrauen kann, aber der Maulwurf macht einen großen Bogen. Das kann ich echt empfehlen!


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